Lebenslauf
11.09.2026

Fähigkeiten und Skills im Lebenslauf: Beispiele für die Schweiz

Kurz zusammengefasst

Skills im Lebenslauf sollten relevant, konkret und belegbar sein; eine optimale feste Anzahl gibt es nicht. Schweizer Stellenmarktdaten 2026 zeigen wachsende Bedeutung überfachlicher Kompetenzen. PwC fand 2025 KI-Skills in rund 1,8 % der Schweizer Stellenanzeigen. Grafische Skill-Balken sind nicht pauschal ATS-untauglich, Textangaben sind aber eindeutiger.

Drei Personen diskutieren lachend an einem Bürotisch

Der Skills-Abschnitt sollte nicht möglichst lang sein, sondern die für die Zielstelle relevanten Kenntnisse verständlich machen. Welche Fähigkeiten dazugehören, hängt deshalb stärker vom Stelleninserat und deiner tatsächlichen Erfahrung ab als von einer festen Anzahl.

Dieser Guide trennt zwischen fachlichen Kompetenzen, überfachlichen Fähigkeiten und aktuellen Arbeitsmarkttrends – mit Schweizer Datenstand 2026.

Welche Fähigkeiten gehören in den Lebenslauf?

In den Lebenslauf gehören vor allem Fähigkeiten, die für die Zielstelle relevant und nachvollziehbar sind. Dazu können Softwarekenntnisse, Methoden, Sprachen, Zertifikate und weitere Fachkompetenzen gehören. Überfachliche Fähigkeiten wie Teamarbeit oder Selbstorganisation wirken stärker, wenn sie durch konkrete Erfahrung belegt werden.

Die Career Services UZH führen unter anderem IT- und KI-Kenntnisse als möglichen CV-Bereich auf und empfehlen konkrete Textangaben zum Kenntnisstand.

Quelle: Career Services UZH – Lebenslauf / CV · Abgerufen: August 2026

Hard Skills und Soft Skills: was ist der Unterschied?

«Hard Skills» bezeichnet fachliche oder methodische Kenntnisse wie Software, Sprachen, Verfahren oder Zertifikate. «Soft Skills» fasst persönliche, soziale und methodische Kompetenzen wie Kommunikation, Zusammenarbeit oder Selbstorganisation zusammen.

Unsere Einordnung: Die Begriffe sind praktische Kategorien, keine offizielle Schweizer CV-Norm. Wichtig ist nicht die Bezeichnung, sondern ob die Fähigkeit für die Stelle relevant und im Lebenslauf nachvollziehbar ist.

Wie gibst du Hard Skills konkret an?

Nenne konkrete Programme, Methoden oder Fachbereiche statt möglichst breiter Sammelbegriffe.

Zu allgemeinKonkreter
MS OfficeExcel: sicherer Umgang mit Pivot-Tabellen und Power Query
DatenanalyseSQL: Grundkenntnisse · Power BI: gute Kenntnisse
ProjektmanagementScrum, Kanban, Jira – praktische Anwendung in Projektteams

Die UZH verwendet selbst Formulierungen wie «sicherer Umgang» oder «Grundkenntnisse» als verständliche Textstufen.

Quelle: Career Services UZH – Lebenslauf / CV · Abgerufen: August 2026

Wie gibst du Sprachkenntnisse an?

Für Sprachen eignet sich der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen mit den sechs Stufen A1 bis C2. Er schafft einen standardisierten Bezugsrahmen und ist klarer als rein subjektive Angaben wie «gut».

Quelle: Europarat – CEFR/GER-Sprachniveaus · Abgerufen: August 2026

Sind Skill-Balken und Prozentangaben sinnvoll?

Ein Prozentbalken wie «Excel 80 %» ist schwer nachvollziehbar, weil nicht klar ist, worauf sich die Zahl bezieht. Eine Textangabe wie «sicher in Pivot-Tabellen und Power Query» ist für Menschen konkreter.

Die frühere Aussage, ATS könnten Skill-Balken generell «nicht lesen», war zu pauschal. Workday weist lediglich darauf hin, dass Resume Parsing je nach Dokumentformat variiert und empfiehlt für möglichst gute Ergebnisse Lebensläufe ohne Bilder oder bildbasierte Stile.

Unsere Einordnung: Verwende Text statt grafischer Balken, weil der Inhalt dadurch unabhängig vom Parsing-System eindeutig bleibt.

Quelle: Workday – Resume Parsing · Abgerufen: August 2026

Welche überfachlichen Skills sind 2026 in der Schweiz gefragt?

Eine aktuelle Auswertung des Adecco Swiss Job Market Index zeigt, dass überfachliche Kompetenzen in Schweizer Stelleninseraten an Bedeutung gewonnen haben. Besonders häufig genannt werden proaktives Handeln und Eigeninitiative, Teamarbeit und Vernetzung sowie effizientes und selbstständiges Arbeiten.

Die Untersuchung basiert auf mehr als einer Million Schweizer Stelleninseraten von 2015 bis 2026. Der Anteil von Inseraten mit überfachlichen Anforderungen stieg insbesondere seit 2022 von knapp 60 % auf über 63 %. Gleichzeitig gingen formale Wissensanforderungen im betrachteten Datensatz leicht zurück.

Quelle: Adecco Group / Stellenmarkt-Monitor UZH – Swiss Job Market Index Q1 2026 · Datenstand: Q1 2026

Wie relevant sind KI-Skills in der Schweiz?

KI-Kompetenzen sind im Schweizer Stellenmarkt sichtbar gewachsen, betreffen aber weiterhin einen kleinen Teil aller Ausschreibungen. Laut PwC enthielten 2025 rund 25'000 Schweizer Stellenanzeigen Anforderungen an KI-Kompetenzen – das entsprach etwa 1,8 % aller untersuchten Schweizer Jobanzeigen.

PwC betont zudem, dass die Nachfrage vor allem nach Personen wächst, die KI im Berufsalltag anwenden, nicht nur nach spezialisierten KI-Entwicklerinnen und -Entwicklern.

Quelle: PwC Schweiz – AI Jobs Barometer 2026 · Datenstand: 2025 / veröffentlicht Juni 2026

Welche Skills wachsen global besonders stark?

Der Future of Jobs Report 2025 des World Economic Forum ist eine globale Arbeitgeberbefragung und keine Schweizer Stellenmarktstatistik. In dieser Befragung nannten rund sieben von zehn Arbeitgebern analytisches Denken als wichtigen Kernskill. Zu den am schnellsten wachsenden Skill-Bereichen zählen KI und Big Data, Netzwerke und Cybersecurity sowie technologische Kompetenz.

Kontext: Diese Ergebnisse helfen bei der internationalen Einordnung, dürfen aber nicht als Prozentwerte für Schweizer Arbeitgeber ausgegeben werden.

Quelle: World Economic Forum – Future of Jobs Report 2025

Wie passt du Skills an eine Stellenanzeige an?

Übernimm Begriffe aus dem Inserat nur dort, wo sie deine tatsächliche Erfahrung korrekt beschreiben. Setze die relevantesten Kenntnisse weiter nach oben und entferne Fähigkeiten, die für die Zielstelle keinen Mehrwert bieten.

Die früheren pauschalen ATS-Zahlen zu Fortune-500-Unternehmen und angeblichen Rankingquoten wurden entfernt. Recruiting-Systeme unterscheiden sich stark in Funktion und Konfiguration.

Mehr zur technischen Einordnung findest du im Beitrag ATS-freundlicher Lebenslauf.

Wie viele Skills solltest du angeben?

Es gibt keine belastbare optimale Zahl wie «8 bis 12». Die richtige Anzahl hängt von Rolle, Seniorität und Breite des Profils ab.

Unsere Einordnung: Priorisiere lieber wenige relevante und konkrete Kenntnisse als eine lange Liste. Wenn ein Skill im Inserat keine Rolle spielt und im Profil keinen zusätzlichen Kontext liefert, darf er entfallen.

Beispiele nach Berufsfeld

Die folgende Tabelle ist eine redaktionelle Orientierung, keine statistische Rangliste. Übernimm nur Kenntnisse, die du tatsächlich besitzt.

BerufsfeldMögliche fachliche SkillsMögliche überfachliche Skills
IT / SoftwarePython, Java, SQL, Git, Cloud, IT-SecurityAnalytisches Denken, Zusammenarbeit, Lernbereitschaft
Kaufmännisch / AdminExcel, ERP/SAP, CRM, Rechnungswesen, KorrespondenzOrganisation, Zuverlässigkeit, Kommunikation
MarketingSEO/SEA, Web Analytics, CMS, Social Media, CRMKreativität, Analyse, Stakeholder-Kommunikation
ProjektleitungBudget- und Risikomanagement, Jira, Scrum, ReportingPriorisierung, Führung, Abstimmung
Pflege / GesundheitPflegedokumentation, Medikation, klinische AbläufeEmpathie, Verantwortungsbewusstsein, Teamarbeit

Wähle Skills nach Relevanz, nicht nach Länge

Ein starker Skills-Abschnitt ist konkret, belegbar und auf die Zielstelle zugeschnitten. Aktuelle Schweizer Stellenmarktdaten zeigen, dass überfachliche Kompetenzen und KI-Anwendung an Bedeutung gewinnen – das bedeutet aber nicht, dass diese Begriffe automatisch in jeden CV gehören.

Als nächster Schritt: Markiere im Stelleninserat die fünf wichtigsten Fach- und Methodenbegriffe und prüfe, welche davon du mit echter Erfahrung belegen kannst.

Mit CV Easy kannst du deine Kenntnisse übersichtlich als Text angeben und für verschiedene Bewerbungen priorisieren.

Quellen und Recherchegrundlage

Datenstand: Q1 2026 / PwC-Daten 2025 · Letzte fachliche Prüfung: 11. August 2026

Häufig gestellte Fragen

Hard Skills sind fachliche oder methodische Kenntnisse wie Software, Sprachen, Verfahren oder Zertifikate. Soft Skills beschreiben persönliche, soziale und methodische Kompetenzen wie Kommunikation, Zusammenarbeit oder Selbstorganisation. Die Begriffe sind praktische Kategorien, keine offizielle Schweizer CV-Norm.

Nenne vor allem stellenrelevante und nachvollziehbare Kenntnisse: zum Beispiel konkrete Software, Methoden, Sprachen, Zertifikate oder Fachgebiete. Überfachliche Fähigkeiten wie Teamarbeit oder Selbstorganisation wirken stärker, wenn sie in deiner Berufserfahrung durch konkrete Situationen belegt werden.

Grafische Balken oder Prozentwerte wie «Excel 80 %» sind schwer nachvollziehbar. Die pauschale Aussage, ATS könnten solche Elemente grundsätzlich nicht lesen, ist jedoch zu stark. Textangaben wie «sicher in Pivot-Tabellen und Power Query» sind für Menschen eindeutiger und bleiben unabhängig vom Parsing-System verständlich.

Eine belastbare optimale Zahl gibt es nicht. Die richtige Anzahl hängt von Rolle, Seniorität und Profilbreite ab. Priorisiere lieber wenige relevante, konkrete Kenntnisse als eine lange generische Liste.

Der Adecco Swiss Job Market Index Q1 2026 zeigt eine wachsende Bedeutung überfachlicher Kompetenzen in Schweizer Stelleninseraten, besonders proaktives Handeln, Teamarbeit sowie effizientes und selbstständiges Arbeiten. PwC fand 2025 KI-Kompetenzen in rund 1,8 % der Schweizer Stellenanzeigen; die Nachfrage betrifft vor allem KI-Anwendung im Berufsalltag.

Für Sprachen eignet sich der CEFR-/GER-Rahmen mit den Stufen A1 bis C2. Nutze zum Beispiel «Englisch C1» oder «Französisch B2». Welche Sprachen für eine Stelle wichtig sind, ergibt sich aus Inserat und Arbeitsumfeld; eine pauschale Regel wie «Landessprachen plus Englisch sind immer ein Vorteil» ist zu allgemein.