Gehalt Schweiz 2025/2026: Löhne nach Beruf, Kanton und Lohnverhandlung
Kurz zusammengefasst
Der BFS-Medianlohn lag 2024 bei CHF 7'024/Monat; für 2026 ist mit rund CHF 7'230 zu rechnen (Schätzung). Löhne variieren stark nach Branche (Banken/Pharma vorn) und Kanton (Zug/Zürich vorn, Tessin tiefer). Für die Lohnverhandlung zählt dein Marktwert nach Beruf, Kanton und Erfahrung.

«Verdiene ich eigentlich genug?» Diese Frage stellst du dir spätestens, wenn ein Jobangebot auf dem Tisch liegt. Die ehrliche Antwort: Eine einzelne Zahl bringt dich nicht weiter. Löhne unterscheiden sich in der Schweiz stark nach Branche, Beruf, Kanton, Erfahrung und Verantwortung.
Dieser Guide zeigt dir mit offiziellen Zahlen des Bundesamts für Statistik (BFS) und aktuellen Marktdaten von jobs.ch, was 2025/2026 realistisch ist – und wie du daraus deinen persönlichen Marktwert für die Lohnverhandlung ableitest.
Das Wichtigste in Kürze
- Der offizielle Referenzwert ist der Medianlohn des BFS, nicht der Durchschnitt. 2024 lag er bei CHF 7'024 brutto pro Monat für eine Vollzeitstelle.
- Für 2026 gibt es noch keinen offiziellen Wert. Auf Basis von UBS- und KOF-Umfragen ist mit rund CHF 7'230 zu rechnen – eine transparente Schätzung, kein amtlicher Wert.
- Am meisten zahlen Banken, Pharma und Forschung, am wenigsten Gastgewerbe, Beherbergung und Detailhandel.
- Regional führen Zug und Zürich, das Tessin liegt deutlich tiefer.
- Für die Verhandlung zählt nicht der Schweizer Durchschnitt, sondern dein Marktwert nach Beruf, Kanton, Erfahrung und Verantwortung.
Median oder Durchschnitt – welche Zahl zählt?
Für Lohnvergleiche ist in der Schweiz der Median die richtige Grösse. Er teilt alle Löhne in zwei Hälften: Die eine Hälfte verdient mehr, die andere weniger. Der Durchschnitt wird dagegen von wenigen Spitzenlöhnen nach oben gezogen und überzeichnet die Realität. Das BFS arbeitet in seinen Standardauswertungen deshalb mit dem Median – und genau darauf beziehen sich die Zahlen in diesem Artikel.
Der standardisierte BFS-Monatslohn enthält den Oktoberlohn plus Zulagen sowie je einen Zwölftel des 13. Monatslohns und allfälliger Boni. Für eine grobe Jahresrechnung gilt bei BFS-Zahlen also: Monatswert × 12.
Der Schweizer Medianlohn 2018–2026
Der Medianlohn ist über die Jahre stetig gestiegen. Die Werte bis 2024 sind offizielle BFS-Zahlen, 2025 und 2026 sind transparente Fortschreibungen.
| Jahr | Medianlohn / Monat | Status |
|---|---|---|
| 2018 | CHF 6'538 | BFS |
| 2020 | CHF 6'665 | BFS |
| 2022 | CHF 6'788 | BFS |
| 2024 | CHF 7'024 | BFS |
| 2025 | ca. CHF 7'150 | Schätzung |
| 2026 | ca. CHF 7'222–7'243 | Schätzung |
Für 2025 wurde der Medianlohn von 2024 mit dem BFS-Nominallohnwachstum von +1,8 % fortgeschrieben. Für 2026 liegt darauf eine vorsichtige Bandbreite von +1,0 % (UBS-Lohnumfrage) bis +1,3 % (KOF). Nutze die 2025/2026-Werte als Orientierungskorridor, nicht als fixe Zielzahl.
Median nach Sektor
| Segment | Monat 2022 | Monat 2025 (Schätzung) | Jahr 2025 (Schätzung) |
|---|---|---|---|
| Gesamtwirtschaft | CHF 6'788 | ca. CHF 7'150 | ca. CHF 85'800 |
| Produktion | CHF 6'622 | ca. CHF 6'965 | ca. CHF 83'600 |
| Dienstleistungen | CHF 6'873 | ca. CHF 7'251 | ca. CHF 87'000 |
Löhne nach Branche
Die Branche beeinflusst den Lohn stärker als fast jeder andere Faktor. Über dem Gesamtmedian lagen 2024 laut BFS deutlich:
- Banken: CHF 10'723
- Pharmaindustrie: CHF 10'159
- Forschung & Entwicklung: CHF 9'139
- Maschinenindustrie: CHF 7'632
- Grosshandel: CHF 7'478
Am unteren Ende bewegten sich:
- Detailhandel: CHF 5'214
- Gastronomie: CHF 4'744
- Beherbergung: CHF 4'715
- Persönliche Dienstleistungen: CHF 4'496
Löhne nach Beruf
Für konkrete Berufe helfen aktuelle Marktdaten von jobs.ch. Wichtig: Das sind Marktsignale aus gemeldeten Bruttolöhnen, keine amtliche Statistik. Die Spannen sind breit, weil verschiedene Erfahrungsstufen und Arbeitgeber zusammenfliessen – für dich zählen vor allem dein Kanton, deine Erfahrung und dein Verantwortungsumfang.
| Beruf | Durchschnitt brutto/Jahr | Typische Spanne |
|---|---|---|
| Softwareentwickler/in | CHF 93'765 | CHF 54k–165k |
| Apotheker/in | CHF 97'000 | CHF 10k–205k |
| Controller/in | CHF 104'488 | CHF 12.6k–216k |
| Online Marketing Manager/in | CHF 87'000 | CHF 10k–174k |
| Projektleiter/in | CHF 94'000–105'000 | CHF 57k–171k |
| Pflegefachperson | CHF 79'300 | CHF 37k–112k |
Quelle: jobs.ch-Lohndaten, Schweiz, Stand 2026.
Löhne nach Kanton
Wo du arbeitest, macht einen spürbaren Unterschied. Die offiziellen BFS-Regionsdaten 2024 zeigen Zürich (CHF 7'502/Monat) klar vor dem Tessin (CHF 5'708/Monat). Die aktuellen jobs.ch-Kantonswerte bestätigen das Muster:
| Kanton | Median brutto/Jahr | Kurzeinordnung |
|---|---|---|
| Zug | CHF 86'427 | Höchster Wert im Vergleich |
| Zürich | CHF 84'000 | Finanz- und Tech-getrieben |
| Basel-Stadt | CHF 79'996 | Chemie/Pharma und Medtech |
| Aargau | CHF 76'067 | Oberes Drittel, Nähe zu Zürich |
| Bern | CHF 75'775 | Starker Public-Sektor-Anteil |
| Genf | CHF 75'600 | Hohes Niveau, hohe Kosten |
| Waadt | CHF 75'400 | Medtech/IT/Pharma |
| St. Gallen | CHF 74'100 | Ostschweizer Mittelfeld |
| Tessin | CHF 70'200 | Spürbar tiefer |
Quelle: jobs.ch-Kantonsdaten, Stand Juli 2026. Kein amtlicher Wert, aber ein guter Kompass für den Bewerbungsmarkt.
Lohnentwicklung 2022–2026
Die letzten Jahre liefen in Phasen. 2022 stiegen die Nominallöhne nur um 0,9 %, während die Reallöhne wegen hoher Teuerung um 1,9 % sanken. 2023 legten die Nominallöhne um 1,7 % zu, real ging es erneut leicht zurück. 2024 kehrte mit +0,7 % real erstmals wieder Kaufkraft zurück, 2025 war mit +1,6 % real deutlich besser. Für 2026 deuten UBS (1,0 %) und KOF (1,3 %) auf ein moderates Plus – bei einer von der SECO erwarteten Inflation von 0,6 %.
Ein struktureller Punkt bleibt: Das BFS weist für 2024 ein Medianlohngefälle von 8,4 % zwischen Frauen und Männern aus – tiefer als 2018 (11,5 %), aber weiterhin relevant.
Deinen Marktwert bestimmen
Bevor du über Lohn sprichst, brauchst du eine belastbare Zahl für deine Situation. Am besten in vier Schritten:
- Offiziellen Rahmen prüfen: BFS-Lohnstrukturerhebung und der Bundesrechner Salarium.
- Berufstitel vergleichen: auf jobs.ch nach Schweiz, Kanton und wenn möglich Ort filtern.
- Inserate sammeln: Stellenanzeigen mit offener Lohnspanne geben reale Marktbänder.
- Branchenwerte prüfen: Gewerkschaften und Branchenverbände nennen oft Mindest- oder Referenzlöhne.
Die stärksten Hebel für die Lohnhöhe sind konsistent: Erfahrung, Ausbildung, Verantwortung, Unternehmensgrösse und Standort. Wie stark Ausbildung wirkt, zeigt das BFS für 2024: mit Universitätsabschluss CHF 10'533, mit Fachhochschulabschluss CHF 9'288 und mit EFZ CHF 6'390 pro Monat. Innerhalb desselben Niveaus macht die Verantwortung nochmals einen grossen Unterschied.
So verhandelst du deinen Lohn
Wenn deine Recherche steht, geht es um die Umsetzung. Diese Reihenfolge hat sich bewährt:
- Marktwert recherchieren (BFS/Salarium, jobs.ch, Inserate).
- Eine realistische Zielbandbreite definieren statt einer starren Einzelzahl.
- Den Lohn klar als Brutto pro Jahr oder Monat benennen und dazu sagen, ob 12 oder 13 Monatslöhne gemeint sind.
- Mit Leistung, Verantwortung und Marktwert argumentieren, nicht mit persönlichem Bedarf.
- Auf ein Gegenangebot sachlich reagieren und Spielraum offen halten.
Beim internen Wechsel auf vergleichbarer Stufe gilt ein Ziel von rund 5–10 % über dem bisherigen Lohn als plausibel. Und schau nie nur auf den Betrag: Weiterbildung, Pensionskasse, Homeoffice, Bonus, ÖV-Zuschüsse oder zusätzliche Ferientage können einen moderaten Lohnunterschied gut ausgleichen.
Warum dein Lebenslauf den Lohn beeinflusst
Ein guter Lebenslauf erhöht deinen Lohn nicht automatisch – aber er verbessert deine Ausgangsposition. In der Schweiz zählen vollständige, saubere Unterlagen: CV, Arbeitszeugnisse und Diplome. Wer Erfahrung, Verantwortung, Projekterfolge und Sprachkompetenz klar sichtbar macht, signalisiert schneller Seniorität – und damit Marktwert.
Konkret heisst das: Erfolge quantifizieren, Schweizer Konventionen einhalten und die relevanteste Erfahrung nach oben stellen. Wie du das Schritt für Schritt aufbaust, liest du im Guide Lebenslauf erstellen. Damit deine Unterlagen auch durch Bewerbungssysteme kommen, hilft der Beitrag ATS-freundlicher Lebenslauf.
Wird im Prozess nach der Lohnvorstellung gefragt, nenne sie – falls verlangt – am Schluss des Lebenslaufs bei Verfügbarkeit und Referenzen, klar als Brutto mit 12 oder 13 Monatslöhnen.
Geh gut vorbereitet in die Lohnverhandlung
Beim Gehalt in der Schweiz gibt es keine magische Zahl. Der BFS-Median von CHF 7'024 (2024) ist ein guter Startpunkt, aber dein realer Marktwert entsteht aus Beruf, Kanton, Erfahrung und Verantwortung. Recherchiere ihn sauber, definiere eine Bandbreite und geh mit Fakten ins Gespräch.
Als nächster Schritt: Bestimme mit BFS-Salarium und jobs.ch deine persönliche Lohnbandbreite – und sorge dafür, dass dein Lebenslauf diesen Wert überhaupt sichtbar macht.
Mit CV Easy erstellst du in wenigen Minuten einen Lebenslauf für den Schweizer Arbeitsmarkt: klar strukturiert, mit eindeutigen Standardüberschriften und auswählbarem Text – so aufgebaut, dass ihn gängige Bewerbungssysteme (ATS) gut einlesen können. Denn wer in der Lohnverhandlung nicht unter Wert auftreten will, fängt oft schon beim CV an.
Häufig gestellte Fragen
Ein guter Lohn hängt stark von Kanton, Beruf und Erfahrung ab. Als Referenz dient der BFS-Medianlohn von CHF 7'024 pro Monat (2024). Wer klar darüber liegt, verdient statistisch über der Mitte – ob das für eine konkrete Stelle gut ist, entscheidet aber die Kombination aus Branche, Verantwortung und Region.
Der Medianlohn teilt alle Löhne in zwei Hälften: 50 % liegen darüber, 50 % darunter. Der Durchschnittslohn ist das arithmetische Mittel und wird von sehr hohen Löhnen stärker nach oben gezogen. Das BFS nutzt für Lohnanalysen standardmässig den Median, weil er robuster ist.
Offizielle BFS-Zahlen für 2026 gibt es noch nicht. Die besten Indikatoren stammen aus Umfragen: UBS meldete für die Lohnrunde 2026 im Schnitt 1,0 %, die KOF rechnete mit rund 1,3 % für die kommenden zwölf Monate. Das spricht für ein moderates Plus statt eines Lohnsprungs.
2024 lagen laut BFS vor allem Banken (CHF 10'723), Pharmaindustrie (CHF 10'159) und Forschung & Entwicklung (CHF 9'139) deutlich über dem Median. Am unteren Ende lagen Detailhandel, Beherbergung, Gastronomie und persönliche Dienstleistungen.
In den aktuellen jobs.ch-Daten führen Zug und Zürich, gefolgt von Basel-Stadt und Genf. Deutlich tiefer liegt das Tessin. Die offiziellen BFS-Regionsdaten 2024 zeigen denselben Trend mit Zürich an der Spitze und dem Tessin am Schluss.
Eine Bandbreite ist besser als eine starre Zahl. Nenne deine Lohnvorstellung als Bruttobetrag und gib an, ob du von 12 oder 13 Monatslöhnen ausgehst. So vermeidest du Missverständnisse und behältst Verhandlungsspielraum.