Lebenslauf
16.10.2026

Lebenslauf Deutschland und Schweiz: Was du anpassen solltest

Kurz zusammengefasst

Dein deutscher Lebenslauf ist eine gute Basis für die Schweiz. Passe die Rechtschreibung an, prüfe das Stelleninserat und entscheide Foto, Umfang und Referenzen passend zur Bewerbung. Abschlüsse behältst du in ihrer Originalbezeichnung.

Schweizer und deutsche Flagge wehen nebeneinander vor blauem Himmel

Deinen deutschen Lebenslauf musst du für eine Bewerbung in der Schweiz nicht neu erfinden. Passe die Rechtschreibung an und prüfe Foto, Umfang und Referenzen anhand des Stelleninserats. Eine Unterschrift ist im Schweizer CV laut den Career Services der Universität Zürich nicht üblich.

Mit der folgenden Checkliste entscheidest du, was du ändern, prüfen oder bewusst beibehalten kannst. Die anschliessende Übersicht zeigt, auf welchen Empfehlungen die Unterschiede beruhen.

Checkliste: Was solltest du an deinem deutschen CV anpassen?

  • Ändern: Stelle selbst formulierte Texte auf Schweizer Rechtschreibung um: «ss» statt «ß».
  • Prüfen: Markiere die geforderten Aufgaben und Qualifikationen im Stelleninserat. Prüfe, ob deine passenden Erfahrungen im CV leicht zu finden sind.
  • Prüfen: Kürze Details ohne Bezug zur Zielstelle. Verlängere den CV nicht allein deshalb, weil du dich in der Schweiz bewirbst.
  • Beibehalten: Nenne deine tatsächlichen Abschlüsse mit ihrer Originalbezeichnung. Prüfe eine allenfalls erforderliche Anerkennung separat.
  • Bewusst entscheiden: Prüfe, ob ein Foto oder Referenzpersonen verlangt werden. Ohne solche Vorgaben kannst du über das Foto entscheiden und Referenzen auf Anfrage bereithalten.
  • Weglassen, sofern nichts anderes verlangt wird: Eine eingescannte Unterschrift brauchst du für einen Schweizer CV üblicherweise nicht.

Die Quellen und Einschränkungen zu diesen Punkten findest du in den folgenden Abschnitten.

Deutschland und Schweiz: Welche Empfehlungen unterscheiden sich?

Die Tabelle vergleicht die Hinweise der Bundesagentur für Arbeit, der Career Services UZH und von arbeit.swiss. Sie beschreibt keine verbindlichen Regeln für sämtliche Arbeitgeber. Die Hinweise der Bundesagentur richten sich hier vor allem an junge Menschen; die UZH schreibt aus dem Hochschulkontext.

MerkmalDeutschlandSchweiz
RechtschreibungStandarddeutsch mit «ß», wo vorgesehenSchweizer Standarddeutsch mit «ss» statt «ß»
UmfangBundesagentur für Arbeit: maximal zwei SeitenUZH: nicht mehr als zwei bis drei Seiten; arbeit.swiss: höchstens drei Seiten
BewerbungsfotoLaut Bundesagentur für Arbeit kein MussLaut UZH freiwillig, wenn im Inserat keines verlangt wird
Unterschrift im CVLaut Bundesagentur für Arbeit nicht unbedingt notwendigLaut UZH nicht üblich und nicht erwartet
ReihenfolgeAktuellste Station zuerstAktuellste Station zuerst

Quellen: Bundesagentur für Arbeit – Lebenslauf, Career Services UZH – Lebenslauf / CV, arbeit.swiss – Bewerbungstipps und Bundeskanzlei – Rechtschreibleitfaden, Rz. 1.7–1.10. Geprüft: 16. Oktober 2026.

Wie passt du Sprache und Umfang an?

Schweizer Rechtschreibung verwenden

Im Schweizer Standarddeutsch wird «ss» anstelle von «ß» geschrieben, beispielsweise «Strasse» und «gross». Das hält die Bundeskanzlei in ihrem Rechtschreibleitfaden fest. Für deinen deutschsprachigen Schweizer CV ist die entsprechende Spracheinstellung ein sinnvoller erster Prüfschritt.

Quelle: Bundeskanzlei – Rechtschreibleitfaden, Rz. 1.7–1.10. Geprüft: 16. Oktober 2026.

Die Seitenzahl aus dem Inhalt ableiten

Die genannten Seitenzahlen sind Obergrenzen beziehungsweise Umfangsempfehlungen. Aus ihnen folgt nicht, dass dein Schweizer CV mindestens zwei oder sogar drei Seiten haben muss.

Unsere Einordnung: Markiere im Stelleninserat die geforderten Aufgaben und Kompetenzen. Prüfe anschliessend, welche Erfahrungen in deinem CV dazu passen. Kürze zuerst Detailangaben ohne erkennbaren Bezug, bevor du eine zusätzliche Seite einplanst.

Konkrete Aufgaben statt Länderklischees beschreiben

Du brauchst weder künstliche Zurückhaltung noch zusätzliche Superlative. Eine konkrete Beschreibung zeigt, was du tatsächlich gemacht hast.

Fiktives Beispiel: Statt «Äusserst kundenorientierter Vertriebsprofi» könntest du schreiben: «Betreute Bestandskunden, erstellte Angebote und koordinierte Liefertermine.» Verwende eine solche Formulierung nur, wenn sie deiner tatsächlichen Tätigkeit entspricht.

Weitere Formulierungshilfen findest du im Artikel Berufserfahrung im Lebenslauf beschreiben.

Was gilt für Foto, Unterschrift und persönliche Angaben?

Ist ein Bewerbungsfoto erforderlich?

Die Bundesagentur für Arbeit bezeichnet das Foto als freiwillig. Auch die UZH lässt dir die Wahl, sofern die Stellenanzeige keines verlangt. Diese Empfehlungen beantworten die Frage nach der Notwendigkeit; sie belegen nicht, wie stark einzelne Arbeitgeber ein Foto gewichten.

Musst du den CV unterschreiben?

Für Deutschland beschreibt die Bundesagentur eine Unterschrift als nicht zwingend notwendig. Für die Schweiz hält die UZH fest, dass sie weder üblich ist noch erwartet wird. Daraus ergibt sich kein Grund, für eine gewöhnliche Schweizer Bewerbung eigens eine Unterschrift einzuscannen.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit – Foto und Unterschrift und Career Services UZH – Foto und Unterschrift. Geprüft: 16. Oktober 2026.

Welche persönlichen Angaben solltest du prüfen?

Die Empfehlungen unterscheiden sich: Die Bundesagentur bezeichnet Angaben zu Familie und Staatsangehörigkeit als freiwillig. Die UZH nennt die Nationalität und empfiehlt ausländischen Bewerbenden, eine vorhandene Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung anzugeben; Zivilstand und Kinder führt sie als fakultativ auf. Das sind Bewerbungsempfehlungen, keine vollständige Darstellung rechtlicher Pflichten.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit – persönliche Angaben und Career Services UZH – persönliche Angaben. Geprüft: 16. Oktober 2026.

Unsere Einordnung: Prüfe die konkret verlangten Angaben. Wenn du deinen Bewilligungsstatus ergänzen möchtest, nenne nur den tatsächlich vorhandenen Status und überprüfe die Bezeichnung anhand deiner Unterlagen.

Wie behandelst du deutsche Abschlüsse und Referenzen?

Abschlüsse korrekt benennen

Unsere Einordnung: Übernimm den Abschlussnamen aus deinem Zeugnis und ergänze Bildungsinstitution, Ort und Abschlussjahr. Ersetze ihn nicht eigenständig durch einen Schweizer Abschlusstitel.

Ob eine formelle Anerkennung erforderlich ist, hängt vom Beruf ab. Das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation verweist dafür auf anerkennung.swiss. Dort kannst du deinen Beruf suchen und die zuständige Stelle ermitteln. Eine anders formulierte CV-Zeile ersetzt dieses Verfahren nicht.

Quelle: SBFI – Ausländische Berufsqualifikationen in der Schweiz. Geprüft: 16. Oktober 2026.

Referenzen für den passenden Moment vorbereiten

Die UZH empfiehlt, Referenzpersonen nicht direkt im CV aufzuführen, wenn sie im Inserat nicht ausdrücklich verlangt werden. arbeit.swiss nennt den Hinweis, dass Referenzen auf Anfrage bekannt gegeben werden. Ein separates Referenzblatt kannst du für den weiteren Bewerbungsprozess vorbereiten.

Frage die Personen vorab um Erlaubnis und informiere sie über die Stelle. So gibst du ihre Kontaktdaten nicht unvorbereitet weiter.

Quellen: Career Services UZH – Referenzen, Career Services UZH – Referenzen im CV und arbeit.swiss – Bewerbungsdossier. Geprüft: 16. Oktober 2026.

Welche Unterlagen neben dem CV sinnvoll sind, zeigt dir der Leitfaden zum Bewerbungsdossier in der Schweiz.

Dein nächster Schritt: Den vorhandenen CV gezielt überarbeiten

Öffne deinen Lebenslauf und gehe die Checkliste oben Punkt für Punkt durch. Behalte passende Inhalte bei, korrigiere die Rechtschreibung und prüfe die Anforderungen der konkreten Stelle. Du brauchst keinen künstlich «schweizerischen» Lebenslauf, sondern eine klare Darstellung deiner tatsächlichen Qualifikationen.

Wenn du die Anpassungen online umsetzen möchtest, kannst du in CV Easy deinen bestehenden PDF-Lebenslauf hochladen und weiterbearbeiten: Lebenslauf in CV Easy überarbeiten.

Quellen und Recherchegrundlage

Letzte fachliche Prüfung: 16. Oktober 2026

Häufig gestellte Fragen

Eine Unterschrift im Schweizer CV ist nicht üblich und wird normalerweise nicht erwartet. Du musst deshalb nicht eigens eine Unterschrift einscannen. Prüfe vor dem Hochladen stattdessen, ob deine Kontaktdaten und Zeitangaben stimmen und die PDF vollständig lesbar ist. Beachte besondere Vorgaben im Stelleninserat oder Bewerbungsportal.

Übernimm die genaue Abschlussbezeichnung aus deinem Zeugnis und ergänze Bildungsinstitution, Ort und Jahr. Ein Formulierungsbeispiel ist: «Allgemeine Hochschulreife (Abitur), [Schule], [Ort], [Jahr]». Ersetze den Abschluss nicht selbst durch einen Schweizer Titel. Falls dein Beruf eine formelle Anerkennung verlangt, kläre diese separat bei der zuständigen Stelle.

Wähle Personen, die deine Arbeit konkret beurteilen können, zum Beispiel frühere Vorgesetzte oder eine betreuende Person aus dem Studium. Frage sie vorab um Erlaubnis und informiere sie über die Stelle. Auf einem separaten Referenzblatt kannst du Name, Funktion, Organisation sowie die vereinbarten Kontaktdaten aufführen. Reiche es ein, wenn Referenzen verlangt werden.